Die Leiden des jungen Kellners

In letzter Zeit bin ich sehr oft im Bedienungsservice (auf Englisch Serviceservice ?) tätig, und da sieht man schon die eine oder andere skurrile Situation. Mal nicht selbst auf dem Restaurantsessel zu sitzen ist für mich eine Herausforderung, und abgesehen davon, dass ich jetzt vier Kafeetassen gleichzeitig tragen kann, habe ich sehr viel Respekt für den Kellnerberuf erworben. Täglich sehe und höre ich Phantastisches von meinen Gästen.

Heute zum Beispiel eine Dame, nachdem sie dreiviertel ihres Tees getrunken hat: “Das ist nicht Minze, das ist Kamille.”   Ich: “Doch das ist Minze. Wollten Sie Pfefferminze oder Minze?”   Sie: “Minze.” Ich: “………”   Sie: “Das ist Kamille.”   Ich – gehe in die Küche und wühle aus dem Recyclingkorb die Verpackung des Tees heraus, gehe zurück zum Tisch und halte ihr das Päckchen vor die Nase.   “Sehen Sie – Minze.”   Sie: “Aha… na dann will ich doch Pfefferminztee.”   So kann man seinen zweiten Tee gratis bekommen. Aber diese Dame ist nichts gegen die, die mich nach “heissem Wasser” fragen und dann ihre selbst mitgebrachten Teebeutel aus den Handtaschen ziehen.